Grundlage der Untersuchung ist die Befragung von 822 Organisationen aus Realwirtschaft, Finanzwirtschaft und Investorenumfeld. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Nachhaltigkeit heute zwar als Bestandteil moderner Unternehmensführung verstanden wird, die praktische Umsetzung jedoch zunehmend unter wirtschaftlichem und politischem Druck steht.
Zwar verfolgen rund 77 Prozent der Unternehmen weiterhin einen strategischen Nachhaltigkeitsansatz und bei 73 Prozent liegt die Verantwortung auf Ebene von Vorstand oder Geschäftsführung. Gleichzeitig geben jedoch 59 Prozent der Unternehmen an, dass Nachhaltigkeit durch aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen intern an Bedeutung verliert. Vor allem unsichere regulatorische Rahmenbedingungen, fehlende wirtschaftliche Anreize und steigender Kostendruck führen dazu, dass Transformationsprojekte häufiger verschoben oder nur noch selektiv umgesetzt werden.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung beim wirtschaftlichen Nutzen von Nachhaltigkeit. Rund 83 Prozent der Unternehmen sehen bislang keinen klaren Business Case für Nachhaltigkeit in ihrer Organisation. Viele erkennen zwar Potenziale bei Energie- und Ressourceneffizienz, Risikoreduktion oder Marktchancen, dennoch gelingt es häufig noch nicht, Nachhaltigkeit als festen Investitions- und Wettbewerbsfaktor zu etablieren. Nachhaltigkeit entwickelt sich damit zunehmend zu einer Managementaufgabe, die stärker mit Effizienz, Finanzierung, Innovation und Zukunftsfähigkeit verknüpft werden muss.
Gleichzeitig verbessert sich die Datengrundlage vieler Unternehmen deutlich. 86 Prozent der befragten Organisationen erheben bereits zumindest teilweise Daten zu ihren Treibhausgasemissionen, 59 Prozent verfügen über Klimaziele. Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch zunehmend in der operativen Umsetzung. Viele Unternehmen haben zwar Ziele definiert, verfügen aber noch nicht über konkrete Transitionspläne mit Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, Budgets und Zeitachsen.
Auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung bleibt trotz regulatorischer Entlastungen relevant. Selbst Unternehmen, die künftig nicht mehr unter die CSRD-Berichtspflicht fallen, wollen mehrheitlich weiterhin Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen. ESG-Daten entwickeln sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor – insbesondere im Hinblick auf Finanzierung, Risikobewertung und Kapitalzugang. Banken und Investoren benötigen belastbare Informationen, um Transformationsrisiken und langfristige Zukunftsfähigkeit bewerten zu können.
Der Sustainable Transformation Monitor 2026 verdeutlicht damit einen grundlegenden Wandel: Die Zeit der reinen Aufbauarbeit geht zu Ende. Unternehmen müssen Nachhaltigkeit künftig stärker in Strategie, Investitionsentscheidungen und operative Steuerung integrieren. Entscheidend werden belastbare Daten, klare Prioritäten, konkrete Transformationspläne und die Fähigkeit, Nachhaltigkeit als Bestandteil langfristiger Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz zu verstehen.



